Der Alte Turm in Beeden

Homburgs ältestes Bauwerk

Foto: Copyright Gabi Kaula

Waren Sie schon einmal am ältesten Bauwerk der Stadt Homburg? Dazu müssen Sie nach Beeden fahren, den Stadtteil im Südwesten von Homburg, der durch sein Biotop überregional bekannt ist. Genauer gesagt: in die Hofstraße in Beeden. Dort steht in einer kleinen Grünanlage der „Beeder Turm“. Dabei handelt es sich um die Turmruine einer Kirche, die 1212 erste Erwähnung fand. Die dem heiligen Remigius geweihte Kirche war bis 1299 die Pfarr-kirche für Homburg unter dem Patronat des Klosters Wörschweiler.

 

Der frühgotische Chorturm, ein Sandstein-quaderbau, wurde im 14. Jahrhundert erbaut. Er steht auf den Resten eines romanischen Vor-gängerbaus. Erhalten sind nur noch die Um-fassungsmauern im unteren Bereich. In der Ostseite sind noch Überreste eines großen Maßwerkfensters zu erkennen, an der Südseite schmale gotische Fenster und eine Außenpforte als Portal mit Stich-bogen. Der Chorraum war kreuzrippengewölbt, in den Ecken sind noch die Säulchen mit Kelch-kapitellen vorhanden. An der Nordseite lassen sich Reste eines tonnengewölbten Raums feststellen, vermutlich der Sakristei mit Zugang zum Chor.

Foto: Copyright Gabi Kaula

An der Turmwestseite ist noch die Auflage des Schiffdachs vorhanden. Demnach muss es sich um eine niedrige Stufenhalle gehandelt haben, mit breitem nördlichen und vielleicht einem schmalen südlichen Seitenschiff, so die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (Deutsche Stiftung Denkmalschutz: Beeder Turm - Homburg), die 2010 Mittel für die In-standsetzung des Turmes zur Verfügung stellte.

 

Die genannte Remigius-Kirche wurde während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) zerstört. Eine erste Kirche in Beeden gab es schon vor dem Jahre 750 - Beeden ist also die älteste Kirchengemeinde weit und breit. Die heutige katholische Filialkirche St. Remigius in der Schwarzweiherstraße aus den 1950er Jahren gehört zur Pfarrei Hl. Johannes XXIII und verfügt über Fenster des renommierten Künstlers György Lehoczky. Auch eine evangelische Kirche, die Friedenskirche, gibt es.

 

Alter Turm und neue Kirchen lassen sich gut bei einem Spaziergang auf dem 4 km langen Biotop-Kultur-Rundweg Beeden erkunden. Der größtenteils asphaltierte Weg verbindet die Sehenswürdigkeiten des Stadtteils, die zu einem Teil aus Natur-landschaften und zum anderen Teil aus Gebäuden mit historischem Hintergrund - wie der genannte Turm - bestehen. Zu den Naturlandschaften gehört neben dem Biotop, das sich rund ums Jahr für Tierbeobachtungen anbietet, auch das Naher-holungsgebiet „Beeder Brünnchen“ mit mehreren Weihern, der Quelle „Beeder Brünnchen“, Aus-sichtspavillon und Fischteichanlagen. In Nicht-Corona-Zeiten finden sich an der Strecke auch mehrere Einkehrmöglichkeiten bei ansässigen Ver-einen.

Weitere Infos erhalten Sie von der Tourist-Info Homburg, vorerst nur telefonisch unter 06841 / 101-820 oder per Mail an touristik@homburg.de, und hoffentlich bald wieder zu den gewohnten Zeiten (Montag bis Freitag 9 bis 16.30 Uhr, Samstag 9 bis 13 Uhr) persönlich in der Talstraße 57a.

 

Red. Stadt Homburg

 



Von weißen Damen und goldenen Hunden

 

Homburger Sagen

Bald beginnt der November, der mit seiner Düsternis das Erscheinen von Geistern und mystischen Wesen geradezu heraufbe-schwört. Als Auftakt wird bei uns, aus den USA kommend, seit geraumer Zeit das Halloween-Fest gefeiert, das seinen Ursprung im keltischen Neujahrsfest Samhain hat. Vor einigen Jahren wurde dieses im Europäischen Kulturpark Bliesbruck-Reinheim wiederbelebt, um die Wurzeln der Novemberbräuche wie Allerseelen und Allerheiligen in den Bräuchen der keltischen Vorfahren zu verorten und nicht im fernen Amerika. In der Nacht zum 1. November öffnete sich für unsere Vorfahren das Tor zur „Anderswelt“ und ermöglichte ein Zusammentreffen der Lebenden und der Toten. In geselliger Runde wurde getafelt, getrunken und ausgiebig gefeiert, wobei auch den Toten Essen und Getränke gebracht wurden. Leider kann in diesem Jahr wegen Corona das Samhain-Fest im Kulturpark nicht gefeiert werden.

 

Sagen und Legenden sind jedoch nicht notwendigerweise an diese Zeit gebunden und spielen sich allerorten ab, auch in und um Homburg. So soll im Peterswald bei Jägers-burg eine unredliche Wirtin gelebt haben, die Wein mit Wasser streckte. Ihr Geist irrt nachts umher und man hört sie pausenlos sagen „Ein halber Schoppen Wein und ein halber Schoppen Wasser, gibt auch einen Schoppen Wein“.

Mehrere Personen haben schon die weiße Dame vom Homburger Schlossberg gesehen, ein verzaubertes Wesen, das auf Erlösung wartet. Wer sie küsse, auf den warteten Glück und reiche Schätze, die im Berg verborgen sind, so die Sage. Den Kuss muss man jedoch nicht jener jugendlichen, bildschönen Frau geben, sondern einer hässlichen, grau-grün schillernden Kröte, in die sie sich verwandelt. Bisher konnte sich noch niemand dazu überwinden, und so muss die Ärmste weiterhin umherirren.

 

Ein anderer Sagenkreis spielt an der Klosterruine Wörschweiler. In manchen Näch-ten soll dort der Brunnen leuchten, als sei er aus Gold und nicht aus grauem Stein ge-mauert. Ein goldener Hund bewacht in diesem Brunnenschacht unermessliche Reichtümer. Er ist jedoch so groß und furchteinflößend, dass noch niemand an ihm vorbei zum Schatz gelangt ist. Weitere Sagen, Infos wie auch ei-nige Restexemplare der Broschüre „Mystery - Sagen, Kultstätten und verwunschene Plätze im Saarland“ gibt es in der

 

Tourist-Info Homburg, Talstraße 57a,

Tel. 06841 / 101-820 oder per E-Mail an touristik@homburg.de.

 

Foto: Susanne Niklas / Red. Stadt Homburg

 

 


Sonnenaufgang beim Kloster Wörschweiler / Archiv Foto Treffpunkt Saarland


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