Die Teufelsburg in Felsberg
Wo Geschichte auf Legende trifft
„Gerne nehmen wir dich mit auf eine kleine Zeitreise zur Teufelsburg. Es ist ein wirklich mystischer Ort, und wir hoffen, dass wir dir mit unseren Fotos einen schönen Einblick geben können", Ckasy & Ckraja
Die Ruine der Teufelsburg: Ein mittelalterliches Bollwerk über dem Saartal. Zwischen militärischer Strategie, lothringischer Herrschaftsgeschichte und regionalen Mythen. Die historische Bedeutung der Festungsanlage Neu-Felsberg.
Die heute im Volksmund als Teufelsburg bekannte Anlage blickt auf eine bewegte, über 600-jährige Geschichte zurück.
Gelegen auf einem markanten Bergsporn im Überherrner Ortsteil Felsberg, zeugt das geschützte Baudenkmal von den spätmittelalterlichen Machtkämpfen im Grenzraum des alten Herzogtums Lothringen.
ℹ️ Die Teufelsburg im Schnellüberblick
Historischer Name: Burg Neu-Felsberg.
Bauzeit: Vermutlich zwischen 1354 und 1360.
Erbauer: Herzog Johann I. von Lothringen.
Standort: 66798 Überherrn-Felsberg (Saarland).
Eintritt: Der Zugang zur Burgruine ist kostenlos.
Burgruine-Öffnungszeiten: Das Außengelände ist ganzjährig frei zugänglich.
Burgmuseum-Öffnungszeiten: Das kleine Museum im Gewölbekeller öffnet in der Saison von Frühjahr bis Spätherbst (ca. April bis Oktober) regelmäßig an Sonn- und Feiertagen am Nachmittag.
Besonderheit: Direkt am Premiumwanderweg „Vaubansteig“ gelegen.
Erbauung und strategische Funktion
Die Spornburg wurde vermutlich zwischen 1354 und 1360 unter Herzog Johann I. von Lothringen errichtet. Der Bau erfolgte als direkte Reaktion auf die Zerstörung der nahegelegenen Burg Altenfelsberg durch den Erzbischof von Trier. Als „Burg Neu-Felsberg“ konzipiert, diente sie vor allem als Kampfburg zur Grenzsicherung gegen Kurtrier und zur Überwachung der wichtigen Handels- und Verkehrswege im Saartal. Die Anlage zeichnete sich durch eine funktionale Aufteilung in zwei Bereiche aus: Ein oberer Burgteil übernahm die Verteidigungsaufgaben zur Hochebene hin, während der untere Teil das Tal absicherte.
Der Ursprung des Namens „Teufelsburg“
Obwohl das Bauwerk historisch korrekt den Namen Neu-Felsberg trägt, hat sich in der regionalen Bevölkerung schon vor Jahrhunderten der Name Teufelsburg etabliert. Für die Herkunft dieser Bezeichnung gibt es in der Geschichts- und Heimatforschung zwei wesentliche Ansätze:
- Die Volkssage vom Teufelspakt: Die bekannteste Erklärung basiert auf einer alten Sage. Demnach soll einer der Burgherren vor einem Duell einen Pakt mit dem Teufel geschlossen und ihm seine Seele verkauft haben. Der Mythos besagt, dass das schreckliche Schreien des Ritters in stürmischen Nächten noch heute auf der Ruine zu hören sei.
- Der Beiname „Arnold der Teufel“: Eine historisch greifbare Erklärung liefert die Ahnenreihe der Herren von Felsberg. Bereits um das Jahr 1200 wird in historischen Dokumenten ein Vorfahre der Familie namens Arno oder Arnold erwähnt, der aufgrund seines unbarmherzigen Auftretens den Beinamen „der Teufel“ trug. Es ist gut denkbar, dass dieser markante Beiname später im Volksmund auf die neu errichtete Festungsanlage überging.
Zerstörung und Verfall
Das Ende der militärischen Nutzung trat im späten 17. Jahrhundert ein. Während der kriegerischen Auseinandersetzungen im Zuge der französischen Expansionspolitik unter Ludwig XIV. wurde die Anlage weitgehend zerstört.
Ab dem Jahr 1680 diente die verlassene Ruine schließlich als willkommener Steinbruch für den Bau der französischen Festungsstadt Saarlouis. Die letzte offizielle urkundliche Erwähnung der verfallenen Anlage datiert auf das Jahr 1699.
Wiederentdeckung und heutige Erhaltung
Nach Jahrhunderten des Verfalls und der Überwucherung begannen engagierte Bürger in den Jahren 1965 bis 1969 mit ersten systematischen Ausgrabungen und der Freilegung der Fundamente. Heute sind große Teile der Unterburg, darunter Wehrmauern, Flankierungstürme und Kellergewölbe, aufwendig gesichert und rekonstruiert. Ein kleines, integriertes Museum auf dem Burggelände dokumentiert die historischen Funde und führt Besucher tief in die alltägliche und militärische Geschichte dieser saarländischen Wehranlage ein.
🥾 Praktische Tipps für dein Abenteuer
Parken und Erreichbarkeit
Wenn du mit dem Auto anreist, folgst du in Felsberg einfach der Beschilderung zur Teufelsburg.
Am Waldrand erwartet dich ein kostenloser Waldparkplatz. Von dort aus führt dich ein gemütlicher, ebener Spaziergang von etwa 400 Metern direkt durch den schattigen Wald zur Burganlage, perfekt auch für Familien mit Kinderwagen! An sonnigen Wochenenden empfiehlt es sich allerdings, früh vor Ort zu sein, da der Parkplatz schnell voll wird.
Verpflegung am Burgkiosk: Für das leibliche Wohl ist zu den Museums-Öffnungszeiten ebenfalls bestens gesorgt. Auf den dortigen Picknickbänken und an der urigen Rittertafel kannst du dich nach deinem Aufstieg wunderbar stärken und dabei den Panoramablick genießen, den viele nicht ohne Grund als „Saarlands schönste Terrasse“ bezeichnen.
Erlebe Geschichte hautnah
Verbinde deinen Besuch auf der Teufelsburg mit einer größeren Tour! Die Ruine ist ein zentraler Höhepunkt der Traumschleife „Vaubansteig“. Nach dem Aufstieg auf die Aussichtsplattform wirst du mit einem spektakulären Rundumblick über das gesamte Saartal bis nach Frankreich belohnt. Pack die Wanderschuhe ein und geh auf Entdeckungsreise!
Burgruine & Aussichtsplattform:
Das gesamte Außengelände ist das ganze Jahr über rund um die Uhr frei und kostenlos zugänglich.
Burgmuseum & Kiosk (Saison von April bis Oktober): Geöffnet an jedem Sonntag von 15:00 Uhr bis 17:00 Uhr.
Führungen: An den museumsoffenen Sonntagen finden jeweils um 15:30 Uhr und 16:30 Uhr kostenlose Führungen statt.
Fotos: © Ckasy & Ckraja / treffpunkt-saarland.de
Text: Gabi Kaula (unter Verwendung von KI)
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Foto: © Ckasy & Ckraja / treffpunkt-saarland.de
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